Erzählen, um weiter zu leben

500 Jahre Lateinamerika - Eine Gegenerzählung

Vor 500 Jahren wurde Santa Marta in Kolumbien gegründet, die älteste Stadt Südamerikas. 

Gibt es Südamerika also seit 500 Jahren und wurde es durch den Gründungsakt eines spanischen Conquistadors ins Leben gerufen? Die Marketingkampagne der Stadt will das Ereignis als friedliche Verschmelzung der Kulturen feiern. 

Die Oraloteca, ein an der Universität Santa Marta angesiedeltes Oral-History-Archiv, hat da andere Geschichten zu erzählen. Geschichten bei denen es darum geht, mit dem Erzählen das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.

"500 voces/ 500 Stimmen"

Worum geht es? Das projekt 500 voces/ 500 Stimmen vereint eine Vielzahl an Aktivitäten im Rahmen der 500 Jahrfeierlichkeiten um der offiziellen Lesart der friedlichen Vermischugn eine Gegenerzählung entgegen zu setzen. 

Bei Radioworkshops an Schulen, Veranstaltungen zur Gewaltgeschichte des Landes oder unterwegs bei der bäuerlichen Bevölkerung in den Bergen kommen Stimmen zutage, die zu wenig gehört werden. 

In einer bisher einzigartigen Kooperation zwischen dem Deutschlandfunk und der Oraloteca in Santa Marta, Kolumbien entstanden zwei Radiofeature. "Erzählen um weiter zu leben" und zeitgleich das spanischsprachige  Pendant "Cimarrones de Playa"


 

Die Maskenmacher 
Kolumbianische Masken und die Fragen der Rückgabe

Nach einem mysteriösen Auftrag am karibischen Meer, begebe ich mich in Berlin auf die Suche nach zwei rätselhaften Holzmasken aus Kolumbien. 

Eingepackt und konserviert liegen sie in der umfangreichsten Studiensammlung ethnografischer Artefakte der Welt. 

Über einhundert Jahre hat sich niemand für sie interessiert. 

Als ich sie zu Gesicht bekomme, beginnen die Fragen:

Wie kamen sie dort hin und ist es Zeit sie zurück zu geben? 

Am Ende führt die Begegnung von Berlin aus wieder zurück nach Santa Marta in Kolumbien. Dort suche ich nach der Geschichte hinter der folgenreichen Reise der Masken und bekomme erstaunliche Antworten. 

Deutschlandfunk Kultur 2020 

Mit: 

Lisa Güldenhaupt, Linda Blümchen, Timo Weisschnur, Mirko Böttcher, André Holonics 

Ton und Technik: 

Martin Eichberg & Studio Mitdank 

Adelante Muchachos
Kolumbianische Männer nach dem Bürgerkrieg

Irgendwo an Kolumbiens Karibikküste sitzen drei Männer an einem Tisch. Sie träumen von der Zukunft und sinnieren über Familie, Krieg und Frieden. Die Männer waren Soldaten dreier verfeindeter Armeen:  

Der Guerilla, der Paramilitärs und der Armee. 

Doch das wissen sie nicht. Schweigen über die Vergangenheit ist die Bedingung dieses Gesprächs, das es so eigentlich noch nicht geben kann. Denn auch wenn das Bemühen um einen Friedensvertrag die politische Agenda Kolumbiens beherrscht, bleibt die Frage, wie nach so vielen Jahren der Gewalt ein Zusammenleben möglich ist?

Wie geht eine Gesellschaft mit entwaffne(t/nd)en Männern um?

Das letzte Register

Ein Organist über die Zeit nach der Kirche

Die Orgel, das ist ein Orchester aus Klangfarben und eine registerreiche Stimme für die Geheimnisse der Musik. Zugleich setzte sie die Machtansprüche der Kirche in Klänge um, lange Zeit angetrieben von der Muskelkraft des Fußvolks an den Blasebälgen. 

Matthias Körner hat ein Berufsleben an ihren Tasten verbracht. In seinem letzten Arbeitsjahr als Organist und Chorleiter ist er immer noch nicht fertig damit, die Musik, zum Beispiel von Johann Sebastian Bach, zu ergründen. Sein Abschied vom Dienst in der katholischen Kirche fällt zusammen mit einer Zeit, in dem die Kirche sich verabschiedet von dem, was sie war. 

Deutschlandfunk Kultur 2022
Mit: Lisa Güldenhaupt & Paula Fürstenberg 

Länge: 54'34

Jetzt oder Nie wieder

Mauersegler

Feature Antenne über den Himmel

Was sehen wir, wenn wir aufblicken? 

Dass der Himmel auf Erden schön, aber kein Paradies ist. 

Die Feature-Antenne erkundet Himmelsphänomene. 

Vom Vogel- zum Drohnenflug, vom Sternenhimmel zum sauren Regen.

Auch die Projektionen auf einen Vogel, der einen Menschheitstraum lebt: 

er ist sein Leben lang in der Luft. Außer am Anfang. Und am Ende.

Deutschlandfunk Kultur 2024
Mit: Gerald Sell in Witten Bommern, Steffen am Ellbogensee, 

Josef Maria und Agnes Franziska Schäfers im Sauerland, 

Paul Hildebrandt per Anhalter in Richtung Zwickau 

und David Josef Mselewa in Dar es Salaam.

Länge: 15´00 (in der Sendung ab Minute 15:06) 

Geschichten aus dem Nahverkehr

Nächste Ausfahrt: Autofrei

 

Ein Kampfplatz und ein Laufsteg, ein Testparcours fürs Leben, ein Spiegel der Gesellschaft und ein Feldversuch der Transformation: das alles ist der Straßenverkehr. 

Ein akustische multivokale Collage aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Nahverkehrs. Per Bahn, Fahrrad und E-Scooter entlang der Frage nach Mobilität, Teilhabe und Respekt. 

Als feine und manchmal zu laute Annäherung an Fragen des Zusammenlebens. 

Eine Co-Autorenschaft mit Friedemann Dupelius und Judith Geffert


Deutschlandfunk Kultur 2022

Redaktion: Ingo Kottkamp
 

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