Indigenes und westliches Denken im Dialog
Caetano Torres in Santa Marta
im Jahr 2025 ist viel von Kulturkampf die Rede- von einer Dichotomie zwischen Liberalismus und Konservatismus und den Blick richten wir dabei sehr oft nach Nordamerika in die USA. Für die Reihe philosophische Orte überquert der Blick ebenfalls den Atlantik, blickt jedoch nach Südamerika, wo 2025 in Kolumbien das 500-jährige Jubiläum der ersten spanischen Siedlung pompös gefeiert wurde. Ein andalusischer Glücksritter hatte damals einem seit Tausenden von Jahren bewohnten Stück Land an der Küste des heutigen Kolumbiens den Namen Santa Marta gegeben, später seinem im fernen Spanien regierenden König von diesem Ort berichtet. Mit dem päpstlichen Segen geht Santa Marta und später Kolumbien in dessen Eigentum über und der Name wird mit ein paar Skizzen der Landschaft auf einem Stück Papier notiert und danach tausendfach auf Weltkarten vervielfältigt.
Das war der 1492 Moment für Südamerika und die Gründung von Santa Marta markiert auch den Beginn eines existentiellen Kampfes kulturellen Wissens der indigenen Völker. Wie der Kulturkampf zwischen europäischem und amerikanisch- indigenen Wissen friedvoll gelingen kann, damit hat sich ein beeindruckender Denker aus den Bergen hinter Santa Marta beschäftigt. In diesem erinnerungsträchtigen Jahr wird neben dem spanischen Glücksritter in Kolumbien auch an ihn erinnert.
Die Höhle von Rouffignac: Von Meistern der Vorgeschichte
Für die Gemälde der alten Meister wie Da Vinci werden Rekordsummern gezahlt und die Museen, in denen die bekanntesten Kunstwerke ausgestellt werden, gelten als touristische Top Adressen.
Weniger bekannt sind die frühesten Gemälde der Menschheit. Sie können keinem Künstler, keiner Künstlerin allein zugeordnet werden und man findet sie nicht in Ausstellungen, sondern an den Wänden von Millionen Jahre alten, weitverzweigten Höhlensystemen.
Eine akustische Fahrt durch die Höhle von Rouffignac, im Südwesten Frankreichs, vorbei an dreidimensionalen Darstellungen von Mammuts und Tieren, die es längst nicht mehr gibt, offenbart einen Blick in die ferne Vergangenheit unserer Spezies. Der wissesnchaftlichen Herausforderung bei der Interpretation steinzeitlicher Symbole hatte sich der Kulturanthropologe André Leroi-Gourhan gestelllt. Er versteckte sich einst als Kämpfer der Résistance in den Höhlenanlagen von Rouffignac und sinnierte über die dringliche Frage nach der Konservierung dieses gefährdeten Kulturerbes. Denn menschliche Einflüsse und natürliche Prozesse bedrohen die dauerhafte Existenz der Malereien.
Leibniz in Hannover
Ruhepol für einen Rolling Stone
Gottfried Wilhelm Leibniz erfand nicht nur den luftgepolsterten Turnschuh oder den Vorgänger des heutigen Wanddübels, als Bibliothekar am Hofe in Hannover machte er sich auch Gedanken darüber wie man mit Unendlichkeit rechnen könnte. Nach Hannover kehrte er neben seinen ausschweifenden Reisen durch Europa schließlich immer wieder zurück.
Das Leibniz Haus kann man heute noch besuchen - allerdings steht es nicht mehr an der Stelle, wo der große Aufklärer einst wirkte. Es ist wie er selbst sprichwörtlich zum „Rolling stone“ geworden. Warum und was an seinem eigentlichen Platz heute steht?
Miniatur aus der Reihe "Philosophische Orte"
für SEIN UND STREIT 2024
Eine Reise zum Ursprung der Philosophie
Über das Staunen
Schon Platon und Aristoteles beschrieben die Verwunderung über Selbstverständliches als den Ursprung der Philosophie. Erst diese Verwunderung mache den Unterschied zwischen der Meinung und dem Wissen aus.
Staunen als subversive Kraft
Nicola Gess erkundet in ihrem Buch "Staunen- Eine Poetik" sowohl die Relevanz des Staunens für die Philosophie insgesamt als auch für die Gegenwartskultur.
Ayn Rand
Am Schreibtisch des
Kapitalismus
Sonne, Palmen, die Surfer am Malibu Beach und natürlich Hollywood – Los Angeles steht sinnbildlich für das glitzernde Antlitz der USA. Wenn man jedoch ein wenig durch die Stadtviertel wandert, begegnet man Menschen, die ihr Hab und Gut in Einkaufswagen umherschieben, Menschen jeden Alters und Geschlechts, die in Zeltstädten mitten zwischen stark befahrenen Straßen leben.
Ein philosophischer Kommentar auf den Preis der Freiheit
Für SEIN UND STREIT, Deutschlandfunk Kultur 2022
Segeln
Die Naturkräfte beherrschen?
Die Beherrschung der Elemente und die Erkundung des Unbekannten – das sind Metaphern für die Freiheit. Frei von Grenzen, Normen oder Konventionen ist der Segler nur seinem eigenen Kurs verpflichtet.
Die Seefahrt bringt uns ins Offene, ins Blaue hinein, an unbekannte Ufer. Doch ob wir dort ankommen, hängt auch davon ab, ob man in die Karibik segelt, auf einem Kreuzfahrtschiff die Reise im Liegestuhl verbringt oder ob man auf einem Schlauchboot über das Mittelmeer fährt.
Ein philosophischer Kommentar auf die Balance zwischen Freiheit und Kontrolle
Für SEIN UND STREIT,
Deutschlandfunk Kultur 2022
Wie ein Mönch Husserls Nachlass vor den Nazis rettete
Toon Horsten: „Der Pater und der Philosoph“
Der Nachlass des Philosophen Edmund Husserl drohte nach seinem Tod 1938 in Nazi-Deutschland verloren zu gehen. Dass es anders kam, ist einem belgischen Mönch zu verdanken. In seinem neuen Buch erzählt Toon Horsten spannungsreich von der Rettung.
Spinozas Zuflucht in Rijnsburg
Baruch de Spinoza war nicht nur Philosoph, sondern
auch Rabbiner. Seine kritische Bibelauslegung
trieb ihn in jungen Jahren ins Exil-
Im holländischen Rijnsburg fand er Zuflucht:
Hier sind die Spuren seines Denkens noch heute präsent.
Für SEIN UND STREIT,
Deutschlandfunk Kultur 2019
Gottesbeweise in Orient und Okzident
Es ist eine der klassischen Fragen der Philosophiegeschichte: Gibt es Gott? Was philosophische Gottesbeweise sind, welche Bedeutung sie in der westlichen und in der islamischen Welt haben, darüber debattierten Islamwissenschaftler und westliche Philosophen an der Freien Universität in Berlin.
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