500 voces - 500 Stimmen

500 Jahre Lateinamerika - Eine Gegenerzählung

von links:Laura Chavez Herrera, Luis Fontalvo Ramos, Eliana Tonzel Mozo, Diego Soledad Sánchez und Étienne Roeder

Das AnthropologInnen Kollektiv 500 voces in den Räumen der Oraloteca in Santa Marta, Kolumbien

Die Idee hinter dem Projekt entstand schon viele Monate bevor wir uns im Jahr 2007 das allererste Mal trafen. Wahrscheinlich ist der Impuls dazu schon viel länger in der Welt. Seit den Tagen, da die ersten Schritte in der Sierra Nevada de Santa Marta, im Herzen der Welt, zu hören waren. Vielleicht schon als der erste Regenguss auf die Blätter der Bäume niederging. Dort oben nah am Himmel

 

Die einzelnen Projekte

Santa Marta, die älteste Stadt Südamerikas, wird am 29. Juli 500 Jahre alt. 

Das Jubiläum wird groß gefeiert – aber Aktivist:innen des anthropologischen Geschichtenarchivs Oraloteca finden, dass wichtige Teile der Geschichte nicht erzählt werden.

Erzählen, um weiterzuleben 
Ein Klangarchiv in Kolumbien

Feature von Étienne Roeder


Regie: der Autor 
Mit: Justine Hauer, Jean Paul Baeck, Cennet Voß, Stefan Naas, Andreas Laurenz Maier und dem Autor
Ton: Michael Morawietz und Oliver Dannert 
Deutschlandfunk Kultur 2025 
Länge: 54'40 

Soziale Kartografie 
Utopie trifft Vergangenheit

In einem theaterpädagogischen Pop-up Workshop Format wurde das Konzept der Ortsbiografie vorgestellt. Nach einer ersten Recherche schwärmten 4 Gruppen für den Zeitraum eines Nachmittags im historischen Zentrum Santa Marta aus um vier kleine Soundkapsel zu kreiren. 

Das Ergebnis ist eine interaktive soziale Kartografie im Format Audio, die beliebig erweitert und debatiert werden kann. Eine akustische Herangehensweise an die Vergangenheit und ihre Inschrift an physischen Orten. 

Lokal zentrierte Biografiearbeit, die herausfordert neu zu hören, neu zu denken und neu zu fühlen um die Zukunft selbstbestimmter zu gestalten. 

 

In Zusammenarbeit mit Bernardo Sánchez Lapuente, der die Gruppendynamik stets im Auge hatte, sowie dem Kollektiv "500 voces"

Cimarrones de Playa Radiofeature auf spanisch

Santa Marta feiert 500 Jahre zwischen Kontroversen und afro-indigener Ausgrenzung. Eliana, eine Stimme der „Niemande“, rebelliert gegen die offizielle Geschichtsschreibung und die Schönheitsideale und versucht, die rebellische Vergangenheit ihrer Familie aufzudecken. Im Versuch die Stadt zu demokratisieren, in der das Meer die Erinnerung an die Schwarzen bewahrt. In einer Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur entstand das Pendant zum Feature "Erzählen um weiterzuleben":

Das AnthropologInnen Kollektiv 500 voces präsentierte zeitgleich im kolumbianischen und deutschen Radio 

Cimarrones de Playa

Von Eliana Tonzel Mozo, Diego Soledad Sánchez, Luis Fontalvo Ramos und Laura Chavez Herrera.
Im kolumbianischen Spanisch mit deutschen Untertiteln hier zu hören.

 

 

Radioworkshops an Schulen

Tief in der Zona Bananera, dort wo die Arbeit auf den Bananenplantagen den Rhythmus der Menschen bestimmt, haben wir Radioworkshops veranstaltet. Auch dieses Mal ging es wieder darum in kurzer Zeit Geschichten, die über die Vergangenheit in der Gegenwart leben einzufangen und hörbar zu machen. Die SchülerInnen des Colegio Antonio de Vives in Orihueca hattene inen ganzen Tag Zeit diese Geschichten zu erzählen, aufzunehmen und mithilfe von Diego Sánchez, Bernardo Sanchez Lapuente und Étienne Roeder in kleine Radiokapsel zu gießen. Gesendet wurden die Produkte dann in mehreren Radiosendungen, die das Geschichtenerzählen und -sammeln zum Thema hatten. 

 

und jenseits der Großstadt...

Der Besuch bei Doña Flor

Diese Frau, die Lucho begrüßt, als wäre er ihr eigener Sohn, heißt Flor. Blume. Sie lebt auf 2800 Meter Höhe in einer kleinen aus Holzlatten gezimmerten Hütte. In der Küche mit gestampftem Lehmboden und einem Herd, bei dem man mit Holz heizt, gibt es Kaffee. 

Lucho hat seine Feldforschung hier in den Bergen gemacht, hat monatelang bei Doña Flor und dem Kaffeebauern Miguel Hernández gelebt. Lucho sucht nicht nur die Stimmen in den Bergen, sondern auch die Ohren, die sie hören.

Sein erster Dokumentarfilm hieß: De la Amapola a la mora: Vom Schlafmohn zur Brombeere.

Doña Flor wechselte vom Schlafmohn zum Brombeeranbau, so wie Miguel Hernández vom Cocaanbau zum Kaffee wechselte...

Exkursion in die Serranía del Perijá

Don Miguel zeigt uns die Blüten der Kaffeesträucher seiner Finca. Er und Luis Fontalvo
sprechen vom Kaffee wie von einer Geliebten. Wenn "Lucho" im Haus von Miguel und Ana wohnt, dann sitzt er morgens ab 4 Uhr schon in der Küche und trinkt den ersten Kaffee mit den beiden. Und manchmal sprechen sie spät in die Nacht, über das Leben, die Kaffekirschen, die Ernte, die Politik.

Teil der Familie werden, das lernt man an keiner Uni, sagt Lucho. In der Oraloteca schon. Weil das Alltägliche enorm wichtig ist. Wenn es dran ist, dann hilft er beim Kochen, weil das, was hier angebaut wird, was die Leute zubereiten und wie sie es zubereiten, das ist Teil des kulturellen Erbes. Und damit hat eine Kaffeebohne, ein Gedicht, ein Lied, die Art wie Dona Flor ihren Reis oder Miguels Frau die Maisfladen zubereitet, all das hat für Lucho den gleichen Stellenwert wie nationale Feiertage oder historische Ereignisse, wie zum Beispiel die Gründung einer Stadt vor 500 Jahren. 

Ein eindrucksvoller Besuch, der lange nachhallt

Zusammenarbeit mit der UNESCO

Gemeinsam mit Luís Fontalvo Ramos habe ich im Rahmen des UNESCO Bildungstages "500 unerhörte Stimmen" im Workshop Format Beiträge von Freiwilligen des Programms KULTURWEIT gesammelt. Die Freiwilligen hatten die Aufgabe mündliche Ausdrucksformen des Widerstands zu sammeln. Das Ergebnis wurde im Radioprogramm ORALOTECA AL AIRE ausgestrahlt. 

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